Städtepartnerschaft Gießen - San Juan del Sur in Nicaragua Unsere Nachbarn vom Pazifik
Städtepartnerschaft Gießen - San Juan del Surin Nicaragua Unsere Nachbarn vom Pazifik

Hier finden Sie uns:

Rufen Sie einfach an

+49 641 25169 oder

nutzen Sie unser Kontaktformular.

Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Gießen / San Juan del Sur und Region in Nicaragua e.V.

Achstattring 30
35396 Gießen

Wirtschaftssituation und Wirtschaftszweige

Nach einer spürbaren Rezession infolge der weltweiten Finanzkrise hat sich die nicaraguanische Wirtschaft in den vergangenen zwei Jahren relativ gut entwickelt. Mit einem Wirtschaftswachstum von 5,2% in 2012 lag Nicaragua in der Region Zentralamerika an zweiter Stelle: für 2014 wird mit einem Wachstum von 4,2% gerechnet. Die hohen Weltmarktpreise von Nicaraguas Hauptexportgütern Kaffee, Rindfleisch, Zucker und Gold haben zu diesen guten Ergebnissen wesentlich beigetragen, zuletzt waren sie allerdings wieder rückläufig. Das Pro-Kopf-Einkommen beträgt nach statistischen Angaben ca. 1239.- USD, nach neuen Angaben der Zentralbank bei 1731.- USD, wenn man den informellen Sektor miteinbezieht. Die Inflationsrate lag 2012 bei 6,6%.

                                                                                        Quelle Auswärtiges Amt

In der Witschaft brummts

 

Geld- und Fiskalpolitik sind am Erhalt makroökonomischer Stabilität ausgerichtet. Die IWF-Art. 4-Konsultationen im September 2013 sowie die Weltbank stellen Nicaragua ein gutes Zeugnis aus. Risiken liegen allerdings in der ausstehenden Reform des sozialen Sicherungssystems und in den intransparenten, zahlreichen Subventionen, die außerhalb des offiziellen Haushalts aus verbilligten venezolanischen Öllieferungen bezahlt werden.

 

Abhängigkeit von Finanzhilfe

 

Nicaragua ist stark von der Entwicklungszusammenarbeit der internationalen Gemeinschaft sowie den Überweisungen der im Ausland, insbes. in den USA und Costa Rica lebenden Nicaraguanern an ihre Familien (sog. „remesas“) abhängig. Diese haben Presseangaben zufolge 2012 erstmals die Schwelle von einer Milliarde USD überschritten. Schätzungsweise ein Drittel des nationalen Haushalts steuern ausländische Geber jährlich bei. Jedoch ist diese Hilfe rückläufig. Aufgefangen wird diese Entwicklung zumindest teilweise durch Hilfen aus Venezuela, das insbesondere im Rahmen von „Petrocaribe“ verbilligtes Erdöl zur Verfügung stellt.

Die Auslandsverschuldung konnte in den letzten Jahren nicht abgebaut werden und lag 2012 bei 110,6% des Brutto Inlands Produkt (BIP) . Insgesamt befindet sich die Wirtschaftsleistung Nicaraguas heute immer noch unter dem Niveau, das sie vor der Revolution von 1979 erreicht hatte. Hauptursachen dieses Niedergangs waren der Bürgerkrieg und die verfehlte Wirtschaftspolitik der 80er Jahre, Naturkatastrophen, Korruption sowie die Schwankungen der Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt.

 

                                                                                       Quelle Auswärtiges Amt

Wirtschaftszweige
 
Nicaragua ist ein überwiegend agrarisch strukturiertes Land. Wichtigster Wirtschaftszweig bleibt der primäre Sektor der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. Dieser Sektor, in dem rund 42% der Erwerbsbevölkerung arbeitet, hat einen Anteil von 32% am BSP. Die einseitige Abhängigkeit von wenigen Exportprodukten (vor allem Rindfleisch, Kaffee, Zucker und Meeresfrüchte) macht diesen Bereich stark abhängig von schwankenden Weltmarktpreisen. Darüber hinaus sind Fischfang und Aquakulturen von Bedeutung für den Export.

Bäckerei in San Juan del Sur

 

Durch den Anstieg des Goldpreises tragen auch die Minen des Landes verstärkt zum Sozialprodukt bei – Gold war 2012 wichtigstes Exportprodukt. Branchen mit besonders großem Wachstumspotenzial sind die Textilindustrie, der Tourismus, die Landwirtschaft sowie die Energiewirtschaft.

 

Neben den Exportprodukten werden hauptsächlich in Subsistenzland- wirtschaft (d.h. zur Eigenversorgung) die Grundnahrungsmittel Mais, Reis und Bohnen angebaut. Fehlende Kredite, unzureichende Infrastruktur und ungeklärte Eigentumsfragen erschweren eine Diversifizierung und Umstrukturierung der Landwirtschaft.

Der sekundäre Sektor (Industrie und Bergbau), der einen Anteil von 23% am BSP hat, ist nur schwach entwickelt. Neben einer bescheidenen Weiterverarbeitung von Lebensmitteln für den internen Markt, haben in den letzten Jahren sog. „Maquilas“, für die Exportproduktion an Bedeutung gewonnen, die von ausländischen Unternehmen in Freihandelszonen („zonas francas“) betrieben werden. Bei dem überwiegenden Teil der Maquilas, in denen inzwischen rund 60.000 Menschen arbeiten, handelt es sich um Bekleidungsfabriken, in denen von den preiswert verfügbaren Arbeitskräften Textilien für den Weltmarkt hergestellt werden.

Der durchschnittliche Monatslohn in den Maquilas liegt bei rund 100 US$ bei einer Sechs-Tage-Woche. Die Arbeitskonditionen sind hart und häufig repressiv. Immer wieder geraten Maquilas wegen Verstößen gegen Umweltgesetze sowie Verletzungen von international anerkannten Arbeiterrechten in die Schlagzeilen.

Die Unternehmen in den Freihandelszonen müssen weder Steuern noch Zölle zahlen. Staat und Kommunen haben durch sie keinerlei Einnahmen. Trotzdem plant die Regierung die Einrichtung weiterer Freihandelszonen, um damit den Anreiz für die Ansiedlung von mehr Industrie und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern.

Bezogen auf den Bergbau hat in Nicaragua lediglich die Goldgewinnung in Bonanza (im nördlichen Bereich der RAAN) eine gewisse Bedeutung.

Innerhalb des Dienstleistungssektors (tertiärer Sektor), der einen Anteil von rund 45 % am BSP hat, hat der Handel die wichtigste Bedeutung.
Der Tourismus, dessen Entwicklung die große Hoffnung für die Lösung der ökonomischen Probleme des Landes darstellt, hat bislang einen Anteil von rund 6 % am BSP. Das touristische Potenzial des Landes ist - unter anderem auf Grund des Klimas, der günstigen Preise, der verbliebenen Naturschätze und der Wassersportmöglichkeiten - groß. Noch fehlt es jedoch an der nötigen Infrastruktur und einem effektiveren Marketing.

 

Fortschritte macht Nicaragua bei der Nutzung seines enormen Potentials an erneuerbaren Energien. Deckte das Land seinen Energiebedarf von rund 800 MW noch 2007 fast ausschließlich durch importiertes Öl, haben seither Wasser-, Wind- und Geothermiekraftwerke ca. 48 % der Produktion übernommen. Ein brasilianisches Konsortium plant 2014 die Inbetriebnahme des Wasserkraftwerks Tumarin, das ca. 200 MW produzieren soll. Bis 2020 plant die Regierung den Anteil erneuerbarer Energien auf über 90% zu steigern. Die Sonnenenergie wird trotz ausgezeichneter klimatischer Voraussetzungen bislang kaum genutzt.

 

                                                                                                   weiter

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© 2018 Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Gießen / San Juan del Sur und Region in Nicaragua e.V.