Städtepartnerschaft Gießen - San Juan del Sur in Nicaragua Unsere Nachbarn vom Pazifik
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Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Gießen / San Juan del Sur und Region in Nicaragua e.V.

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Die Somoza-Diktatur und die Sandinistische Revolution (1937-1979)

Nach dem Tod Sandinos unterstellte Somoza immer mehr Regionalregierungen seiner Militärgewalt. Am 1. Januar 1937 wurde er Präsident Nicaraguas.

Für die nächsten 40 Jahre wurde die Politik Nicaraguas durch den Familienclan der Somozas bestimmt. Die einmal gewonnene Macht ging nach der Ermordung Anastasio Somoza Garcías 1956 an seine Söhne Luis und Anastasio Somoza Debayle über. Die Somozas schöpften das ganze Arsenal an Herrschaftsinstrumenten aus, das einer Diktatur zur Verfügung steht. Dabei verstanden sie es, die internationale Lage für die Stabilisierung ihres Regimes zu nutzen. Je nach weltpolitischer Konjunktur sicherten sie sich mit antifaschistischer, antikommunistischer oder antikubanischer Rhetorik die Unterstützung der USA. US-Präsident Roosevelt soll über Somoza geäußert haben: „Er ist ein Hurensohn, aber er ist unser Hurensohn“.

In den 50er Jahren veränderte sich die Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur des Landes grundlegend. Nicaragua erlebte einen Baumwollboom, der den Kaffee als bisher wichtigstes Exportgut auf den zweiten Platz verdrängte und einen immensen Wirtschaftsaufschwung mit sich brachte. Da Baumwolle das heiße Klima der pazifischen Tiefebene benötigte, waren vor allem die Regionen León und Chinandega von der Veränderung betroffen. Die Anbauflächen für Grundnahrungsmittel wie Mais und Bohnen wurden nun für den Baumwollanbau genutzt. Anfang der 60er Jahre wurde auf 80% des Bodens in dieser Gegend Baumwolle angebaut. Grundnahrungsmittel, die früher im eigenen Land produziert worden waren, mussten jetzt teuer importiert werden. Viele Kleinbauern wurden von ihrem Land vertrieben und mussten sich nun größtenteils als Wander- und Saisonarbeiter verdingen oder in die Städte übersiedeln, wo sie allenfalls im informellen Sektor Beschäftigung fanden. Manche gingen auch in den Osten des Landes, um bisher unbesiedeltes Land zu erschließen. Gleichzeitig entstand durch den Ausbau einer bescheidenen weiterverarbeitenden Industrie eine städtische Arbeiter- sowie eine kleinbürgerliche Mittelschicht. Als ab 1956 der Preis für Baumwolle auf dem Weltmarkt wieder fiel, wurde jedoch der Nachteil, den die große Abhängigkeit von wenigen Exportprodukten mit sich brachte, offensichtlich. Der „Baumwollboom“ hatte der Entwicklung des Landes kaum genützt und die Gesellschaftsstruktur wenig verändert. Aufgrund der Monokultur mangelte es an Grundnahrungsmitteln, die Boden- und Einkommenskonzentration nahm zu, die Industrie stagnierte auf einem niedrigen Niveau; es herrschten Armut und Massenelend, die durch den konjunkturellen Einbruch weiter verschärft wurden.

In den 70er Jahren geriet das Machtgefüge der Somozas zunehmend in die Krise. Nach dem Erdbeben, das am 23. Dezember 1972 die Hauptstadt Managua zerstörte, erzielte der Somoza-Clan zwar seine größten Gewinne. Die Kontrolle über den Staatsapparat und den Wirtschaftsboom infolge des Wiederaufbaus der Hauptstadt nutzend, bereicherten sich die Somozas aber auf solch skrupellose Weise, dass es selbst der nicht gerade zimperlichen Oberschicht zu viel wurde. Mit dem Mord an dem Verleger Pedro Joaquín Chamorro im Januar 1978 begannen die größten Unruhen in der Geschichte der Somoza-Diktatur. Nicht nur für das Volk, sondern auch für das bürgerliche Lager und für viele Unternehmer war das Maß voll. Ein Unternehmerstreik, mit Unterstützung der Gewerkschaften, wuchs sich zur offenen Rebellion gegen Somoza aus.

Schon 1961 war die Befreiungsbewegung FSLN (Frente Sandinista de Liberación Nacional), von Carlos Fonseca gegründet worden. Sie war jahrelang nur eine kleine Gruppe, die mit dem auf Sandino zurückgehenden Programm des Antiimperialismus und des bewaffneten Kampfes mit dem Aufbau einer Guerrilla begann, die von Honduras aus operierte. Seit 1963 bemühte sich die FSLN um den Aufbau eines Untergrundnetzes im städtischen Bereich, in der Periode von 1967 bis 1973/74 knüpften sie Kontakte mit Gewerkschaften, Bauernverbänden, linken Parteien und fortschrittlichen Priestern.
 
Obwohl die FSLN in der Zeit von 1974 bis 1977 – trotz härtester Repression – an Einfluss gewinnen konnte, stellte doch die Allianz zwischen Bürgertum und oppositionellen Organisationen die entscheidende Oppositionskraft dar. Erst ab 1977, als der Höhepunkt der antisomozisti- schen Erhebung begann, führte die Dynamik des Aufstandes zu einer schnellen Umgruppierung der politischen Kräftekonstellation. Die FSLN setzte sich an die Spitze der organisierten Bevölkerung und der fortschrittlichen Teile des Bürgertums, die bereit waren, mit der FSLN zusammenzuarbeiten.

Es dauerte noch bis zum 17. Juli 1979, bis Somoza sich unter Mitnahme der Staatskasse nach Miami absetzte und Nicaragua befreit war. Am 19. Juli 1979 zogen die Sandinisten siegreich in Managua ein. Der Befreiungskampf hatte mehr als 50.000 Nicaraguaner/innen das Leben gekostet und hinterließ ein weitgehend zerstörtes Land9.

 

 

 

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