Städtepartnerschaft Gießen - San Juan del Sur in Nicaragua Unsere Nachbarn vom Pazifik
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Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Gießen / San Juan del Sur und Region in Nicaragua e.V.

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Situation der Frauen

Während die nicaraguanischen Frauen Ende der 70er Jahre eine wichtige Rolle im revolutionären Kampf gegen die Somoza Diktatur spielten und auch am bewaffneten Kampf der FSLN teilnahmen, wurden sie nach 1979 wieder stark in die traditionellen Rollen gedrängt. Emanzipation galt bei der sandinistischen Frauenorganisation AMNLAE (Asociacion de Mujeres Nicaraguenses "Luisa Amanda Espinoza”) als kleinbürgerlich, doch mussten die Frauen während des Krieges gegen die Contra sehr wohl die Männer in der Produktion ersetzen, was für sie auch eine Chance bedeutete. Ab 1985 setzten die besser gebildeten Sandinistinnen eine feministische Bewegung in Gang, die im ganzen Land unabhängige Frauenprojekte zu Wege brachte.

 

Die Frauen von AMNLAE San Juan del Sur in ihrem neuen Haus

 

Nach 1990 verschlechterte sich die Lage der Frauen wieder, da sehr viele von ihnen allein erziehende Haushaltsvorstände sind, Tagesstätten geschlossen wurden und das Schul- und Gesundheitswesen sich verteuerte.

Doch die Frauenbewegung hat an Kraft und Einfluss zugenommen und kämpft neben der sozialen Verbesserung vor allem gegen die männliche Gewalt auf allen Ebenen. Als Resultat dieser Anstrengungen kann die Tatsache angesehen werden, dass der Frauenanteil von der Primarschule bis zur Hochschule etwas höher ist als jener der Männer11.

 

Die Situation der Frau in Nicaragua ist geprägt vom vorherrschenden Machismo, dem die Vorstellung von der Dominanz des Mannes über die Frau zugrunde liegt. Hieraus resultieren die Benachteiligung von Frauen und die Missachtung ihrer Rechte in der Familie, Gesellschaft und Politik. Der Frau wird strikt der Platz im häuslichen Bereich zugewiesen.

Gewalt in der Familie und sexueller Missbrauch von Frauen und Mädchen sind in Nicaragua immer noch Tabuthemen. Es gibt kein Gesetz, das körperliche Züchtigung verbietet; das Familienleben gilt als Privatsache. Die Mehrheit der Opfer ist jung und weiblich. Mehr als zwei Drittel der nahezu 9.700 Vergewaltigungen, die zwischen 1998 und 2008 angezeigt wurden, wurden an Mädchen unter 17 Jahren begangen. In fast der Hälfte aller Fälle waren die Mädchen 14 Jahre oder jünger. Die nicaraguanischen Behörden behandeln diese Menschenrechtsverletzungen noch immer nicht mir der Dringlichkeit, die erforderlich wäre. Die Betroffenen trauen sich nicht, über Vergewaltigungen zu sprechen. Mädchen und Frauen in Nicaragua werden nicht über ihre Rechte aufgeklärt und wissen nicht, an wen sie sich im Ernstfall wenden sollen. Diejenigen, die um Hilfe bitten, werden bedroht und ausgestoßen. Es gibt keinen nationalen Regierungsplan, um sexuelle Gewalt an Mädchen zu verhindern, um Opfer von sexueller Gewalt zu schützen oder den Opfern Gerechtigkeit und Entschädigung zuzusichern, damit sie sich ein normales Leben aufbauen können. Hinzu kommt, dass Nicaragua vor zwei Jahren (2008) alle Formen von Abtreibungen kriminalisiert hat. Es gibt keine Ausnahmen zu diesem Gesetz. Auch Mädchen, die durch eine Vergewaltigung schwanger wurden, haben keine legale Möglichkeit, die Schwangerschaft zu beenden. Mit dieser Aktion möchte Amnesty International erreichen, dass die nicaraguanische Regierung die Opfer von sexueller Gewalt schützt und mit all ihren zur Verfügung stehenden Ressourcen einen nationalen Plan zur Beendigung sexueller Gewalt in Nicaragua entwickelt und implementiert. Der Plan soll auch Maßnahmen des Opferschutzes enthalten und soll den Opfern Gerechtigkeit und Entschädigung zusichern, damit sie sich ein neues Leben aufbauen können. Außerdem soll Druck auf die nicaraguanische Regierung ausgeübt werden. Es ist wichtig, auch Jungen und Männer in die Kampagne einzubeziehen, um der nicaraguanischen Regierung deutlich zu machen, dass Vergewaltigungen und sexueller Missbrauch ein Problem sind, dass die gesamte Gesellschaft angeht und nicht nur ein Problem der Opfer ist.

                                                                               

Quelle: Amnesty International Menschenrechtsverletzungen an Frauen

 

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