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Männer, Krieger, Heulsusen und Gewalttäter – Facetten des Machismo

Machismo steht für übersteigerte männliche Dominanz und Aggressivität, sowohl gegenüber Frauen als auch Geschlechtsgenossen, für Eifersucht und übertriebenes Ehrgefühl. In der Vergangenheit war der Begriff oft positiv belegt - zum Beispiel ließ sich Nationalheld Augusto Sandino gern in Machtposen fotografieren. Ursprünglich entstammt der moderne Machismo einer langen Kulturtradition, die geprägt wurde durch die patriarchale Gesellschaft der Krieger.

 

Während der spanischen Kolonialisierung verstärkte sich die Kriegermentalität und wurde mit rassistischen Aspekten gespeist. Unterdrückung und Gewalt gegenüber indianischen Frauen symbolisierte die Dominanz der Eroberer gegenüber den „wilden Indios“. Dem modernen Machismo geht es ebenfalls um eine Demonstration seiner Macht und Männlichkeit. Heutige Motive eines übersteigerten und aggressiven Zuschaustellens männlichen Verhaltens werden aus psychologischer Sicht als Überspielen von Minderwertigkeitskomplexen gedeutet, die einerseits gegenüber den Europäern und Nordamerikanern herrühren, anderseits an einer übertriebene Mutterbindung festgemacht werden. Männliches Machtgehabe schafft eine Distanz zur Mutter, die als alleinige Fürsorgerin für die Entwicklung des Kindes verantwortlich war.

Gleichzeitig wird in lateinamerikanischen Kulturen ein Ehrbegriff tradiert, der von einem untreuen und betrügerischen Frauenbild ausgeht. Damit der Mann die Kontrolle über die „durchtriebene“ Frau behält wird ihre Selbständigkeit beschränkt. In vielen Liedern und Texten wird der Mythos des Machsimo verarbeitet, so finden sich in der Salsamusik Texte über unerfüllte Liebe, die auf die untreue Frau zurück zuführen ist. Der Mann zeigt sich verletzt und ertränkt seine Gefühle in Alkohol oder propagiert offene Gewalt. Ein Beispiel solcher Texte findet sich auch in deutschen Charts mit dem im Sommer 2004 veröffentlichten Hit von Juanes „La Camisa Negra.“

Der Text erschien in voller Länge im Rundschreiben 1/06 des Informationsbüro Nicaragua Wuppertal. Wir bedanken uns für die freundliche Abdruckerlaubnis.

Homosexuelle in Nicaragua haben es nicht leicht: Der Artikel 204 des nicaraguanischen Strafgesetzbuches zählt gleichgeschlechtliche Beziehungen zum Straftatbestand der Sodomie. Schuldig macht sich, wer „auf skandalöse Art zum gleichgeschlechtlichen Beischlaf anstiftet, ihn auslöst, propagiert oder praktiziert. Er wird mit ein bis drei Jahren Gefängnis bestraft.“
Laut amnesty international ist Nicaragua das einzige demokratische spanischsprachige Land mit einer Gesetzgebung, die gleichgeschlechtliche Beziehungen diskriminiert. Lesben und Schwule können also rechtlich verfolgt und sogar in Haft genommen werden.

 

 

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